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Diese Unternehmen (er)kennen das Plus von 50+

Tun, wovon andere nur reden

500 bis 600 Mülltonnen täglich – das ist das tägliche Pensum beim Umweltdienst Burgenland (UDB). Rund 240 Mitarbeiter/innen kümmern sich hier um Sammlung, Sortierung und Verwertung von gewerblichen und privaten Abfällen. Kein leichter Job, dennoch sind um die 150 Mitarbeiter/innen älter als 50 Jahre. „Wir bekennen uns zur Altersgruppe 50+, weil die Leute einen super Job machen“, erklärt Rudolf Haider, Geschäftsführer des UDB. „Außerdem haben sie Detailwissen über Touren und Tonnen, auf das wir sicher nicht verzichten wollen.“ Neben der LKW-Praxis ist auch technisches Verständnis gefragt. Stefan Pinter sorgt seit März 2013 dafür, dass Anlagen, Förderbänder und vieles mehr sicher laufen. „Die Kolleginnen und Kollegen haben mich super aufgenommen, obwohl ich schon über 50 bin“, erzählt der gelernte Isolierspengler. „Ich bin ab und an mal der Großvater für die Jungen, aber meine Erfahrung wird sehr geschätzt.“ Die Arbeit gefällt ihm und der Teamspirit ist gut: „Von mir aus bleibe ich möglichst lang.“ Die Loyalität der Belegschaft rechnet sich. „Wir sparen Geld für Personalsuche und Einschulung, das wir wiederum der Belegschaft zugutekommen lassen können“, erklärt Franz Alexander Predl, ebenfalls Geschäftsführer des UDB, und führt weiter aus: „Wir liegen also richtig, wenn wir jemanden über 50 aufnehmen.“
Umweltdienst Burgenland-Geschäftsführer Rudolf Haider (li) und Franz Alexander Predl (re) mit Mitarbeiter Stefan Pinter (55)

Erfahrung bringt Produktivität

40.000 Tonnen Stahl werden von Haslinger Stahlbau in Feldkirchen in Kärnten pro Jahr verarbeitet. Mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren ist die Belegschaft eher jung, aber bei Haslinger schätzt man die erfahrenen Kollegen/innen sehr. „Wir haben viele langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erzählt Arno Sorger, Geschäftsführer von Haslinger Stahlbau. „Die bringen so viel Erfahrung, Wissen und Produktivität ein, dass wir sie in allen Bereichen wertschätzen und unbedingt behalten wollen.“ Damit dies gelingt, kann man sich im Unternehmen auch schon einmal „waagrecht“ entwickeln und das Wissen an einer anderen Stelle einbringen. Alfred Eberhard (54) ist einer dieser Mitarbeiter, der schon an verschiedenen Stellen bei Haslinger Stahlbau gewirkt hat. Begonnen hat er in den 1970er Jahren als Lehrling. Dann folgten Jahre als Konstrukteur, als Technischer Leiter und Projektverantwortlicher, bis er 2010 in den Verkauf wechselte. „Ich habe von Anfang an gern für Haslinger gearbeitet, mir gefällt der Teamgeist und die tolle Zusammenarbeit“, berichtet Alfred Eberhard. „Mit den internen Wechseln gab es immer wieder neue Herausforderungen. Gleichzeitig konnte ich aber meine Erfahrung und Routine aus dem Stahlgeschäft weiter einbringen.“ Und das möchte er auch in den kommenden Jahren – von der Lehre bis zur Pension ist und bleibt er ein „Haslinger“.
Geschäftsführer Arno Sorger und Mitarbeiter Alfred Eberhard (54)

Mit Wissen punkten

Geht es um Industriegase, spielt die Messer Austria GmbH in Österreich ganz oben mit. 160 Mitarbeiter/innen arbeiten am Standort in Gumpoldskirchen. „Wir legen Wert auf den Blick für die Sicherheit und eine Affinität zur Technik und zur Welt der Gase“, erklärt Wolfgang Pöschl, Geschäftsführer der Messer Austria GmbH, die Personalstrategie. „Dabei ist uns Qualifikation und die Einstellung zur Arbeit wichtiger als das Alter.“ Gerade wer über Spezialwissen verfügt, kann bei Messer Austria punkten. So wie Gerhard Bauer (55), der in der Firma seit Juli 2015 für Logistik und Zoll zuständig ist. „Gerhard Bauer war der richtige Mann zur richtigen Zeit. Er kennt sich mit Zoll und dem Speditionsgeschäft sehr gut aus. Das ist nicht mehr selbstverständlich, aber wichtig für uns, weil wir auch Kunden außerhalb der EU beliefern“, erzählt Wolfgang Pöschl. Genauso wenig selbstverständlich war es für Gerhard Bauer, noch eine neue Stelle zu finden. Dabei hat er die Materie von der Pike auf gelernt – Logistik und Zoll haben ihn mehr als 30 Jahre im Job beschäftigt. Um am Ball zu bleiben, hat Gerhard Bauer sich Praktika organisiert und auch geringfügig gearbeitet: „Wer rastet, der rostet und daheim zu sitzen, war sowieso keine Option.“ Dass es bei Messer Austria geklappt hat, hat mit seinem Engagement zu tun und mit der Unterstützung des AMS. Beides schätzt die Messer Austria GmbH sehr.
Geschäftsführer Wolfgang Pöschl und Mitarbeiter Gerhard Bauer (55)

Die Mischung macht’s bei Spindler Bau

Tiefbauspezialist Spindler Baugesellschaft in Ampflwang bietet von der Beratung und Planung über Baustoffrecycling bis hin zum grabungslosen Leitungsbau ein komplettes Paket. Für den Erfolg sorgen rund 160 Mitarbeiter/innen und eine davon ist Hermine Spindler, seit März 2015 im Unternehmen für die Buchhaltung zuständig. Ihre langjährige Erfahrung kann sie voll einbringen. „Ich gehe heute ganz anders an Dinge heran“, sagt sie. „Ich betrachte alles ganzheitlicher und überlege den Weg bis zum Ende fertig.“ Dass Jung und Alt voneinander lernen können, davon ist sie überzeugt. „Ich habe eine junge Mitarbeiterin, die von mir lernen will“, erzählt Hermine Spindler. „Das ist ein richtig guter Austausch, denn sie hat viele Ideen, wie wir Dinge schneller oder anders machen können.“ Dieser Wissensaustausch ist auch für Personalleiterin Heike Schrattenecker wichtig. „Wir stellen altersgemischte Teams auf, um ‚internes Erfahrungslernen’ zu ermöglichen, und setzen erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gern für Mentoring ein“, erklärt sie den Zugang. „Die Mischung hat auch einen Vorteil für unsere Kundinnen und Kunden.“ Deshalb schaut sie sich auch gern ältere Bewerber/innen an. Das rechnet sich für Spindler Bau, ist sie überzeugt: „Denn wenn Sie denken, Ihre qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zu teuer, dann lassen Sie deren Job einmal von einem Amateur ausführen.“
Mitarbeiterin Hermine Spindler (56) und Personalleiterin Heike Schrattenecker

Wo Alter (k)eine Rolle spielt

Die Seniorenpension am Schlossberg in der Stadt Salzburg beherbergt 63 pflegebedürftige Personen im Alter zwischen 58 und 102. Für sie sorgen 45 Mitarbeiter/innen, gut 40 Prozent davon sind selbst bereits über 50 Jahre alt. Vesna Lazic (52), organisatorische und medizinische Leiterin des Hauses, ist eine davon. Die Ärztin aus Sarajevo arbeitet seit 1996 im Haus und setzt sich voller Begeisterung für den Familienbetrieb ein. Gerade weil in der Pflege Veränderungen alltäglich sind, schätzt Vesna Lazic die Zusammenarbeit mit jungen Pflegekräften. „Sie bringen Schwung, Dynamik und neue Erkenntnisse mit, wir Älteren Routine, Gelassenheit und langjährige Erfahrung.“ So sieht es auch Andreas Gruber, Geschäftsführer der Seniorenpension: „Pflege besteht aus so vielen Details – medizinischen Notwendigkeiten und menschlichen Vorlieben, da kann jeder, egal wie alt, seine Qualitäten einbringen.“ Dass der Pflegeberuf anstrengend ist, ist ihm bewusst. Deswegen gibt es in der Seniorenpension keine geteilten Schichtdienste und keinen Wechsel von Tag- und Nachtdienst. „Mein Personal soll seinen Job lange und mit Freude machen. Das wollen wir unterstützen“, erklärt er seinen Ansatz. „Und zudem werden wir als Arbeitgeber attraktiv.“ Die geringe Fluktuation im Haus zeigt den Erfolg – auch Vesna Lazic denkt noch lange nicht an ihre Pension.
Andreas Gruber, Geschäftsführer Seniorenpension am Schlossberg und Mitarbeiterin Vesna Lazic (52)

Wenn’s passt, dann gerne 50+

Bei der GIPRO GmbH in Peggau werden Isolatoren für Hoch- bis Niederspannung, für Bahn-, Kondensator- und Maschinentechnik und für vieles mehr entwickelt und produziert. Stimmen Qualifikation und Einstellung, greift Betriebsleiter und Qualitätsmanager Roland Peinsipp gern auch auf Bewerber/innen 50+ zurück. „Wir haben eine sehr geringe Fluktuation im Unternehmen, aber unsere älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wechseln noch ein bisschen weniger“, erzählt er. „Sie sind in der Lebensplanung weiter und oft stabiler. Und leistungsfähig sind sie sowieso.“ In seinem Team arbeiten 13 Mitarbeiter/innen über 50 – zwei davon sind gerade „frisch“ dazugekommen. Viktor Scherling (53) hat erst vor kurzem bei GIPRO in der Isolatorenproduktion gestartet. Die Arbeit ist für den ehemaligen Kühlerspengler neu, seine Erfahrung kommt ihm aber zugute: „Ich habe immer schon mit Maschinen gearbeitet“, erzählt er. „Was ich hier speziell brauche, habe ich schnell gelernt. Da muss man einfach ein bisschen flexibel sein.“ Besonders gefällt ihm, dass bei GIPRO das Betriebsklima stimmt und das Alter keine Rolle spielt. „Der Zusammenhalt im Team ist super – wie alt man ist, ist ganz egal. Jung und Alt arbeiten gut zusammen.“ Das sieht auch Roland Peinsipp so und wundert sich, warum manch ein Unternehmen auf Menschen 50+ verzichtet.
Mitarbeiter Viktor Scherling (53) und GIPRO-Betriebsleiter Roland Peinsipp

Chancen gestalten für 50+

Bei Form & Farbe Malerei und Trockenbau werden Gestaltungsideen Wirklichkeit. Während ein Team aus rund 35 Mitarbeitern/innen bei den Kunden/innen vor Ort ist, sorgt Bernadette Mayer (51) als Assistentin der Geschäftsleitung in der „Schaltstelle“ in Brixlegg für geregelte Abläufe. Ihre lange Erfahrung im Eventmanagement kommt ihr dabei zugute. „Denken, fühlen, handeln – schnell zupacken und flexibel sein, darin bin ich immer schon gut gewesen“, erzählt sie. „Meine Stärken kann ich hier gut einsetzen und der Geschäftsleitung so den Rücken freihalten.“ Ein Zugang, den auch Oliver Liedmayr, Geschäftsführer und Eigentümer von Form & Farbe sehr schätzt. „Wir bieten viel Flexibilität, im Gegenzug erwarten wir von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Verantwortung zu übernehmen“, erklärt er die Firmenphilosophie. „Dafür bekommen dann auch alle die gleichen Chancen in Sachen Weiterbildung und Entwicklung. Da spielt das Alter keine Rolle.“ Für seine qualifizierten Jobs setzt er sogar bewusst auf Ältere. „Gerade im Handwerk spielt die Erfahrung eine große Rolle. Da machen einige Jahre im Beruf schon einen Unterschied – fachlich und persönlich“, ist Oliver Liedmayr überzeugt. „Wenn sich also eine Malermeisterin oder ein Malermeister mit 50+ bewirbt und bis zur Pension bleiben will, dann sag ich ‚Herzlich willkommen‘.“ Eine solche Stelle wäre bei Form & Farbe derzeit noch frei.
Geschäftsführer Oliver Liedmayr und Mitarbeiterin Bernadette Mayer (51)

Bei Gebrüder Weiss weiß man, wie’s läuft

Die Gebrüder Weiss GmbH ist eines der führenden Transport- und Logistikunterneh­men Europas. Allein in Österreich arbeiten rund 3.250 Menschen rund um die Uhr daran, dass die richtigen Dinge zur rechten Zeit am richtigen Ort sind. Mehr als 550 Mitarbeiter/innen haben die Fünfzig schon hinter sich gelassen. Eine davon ist Elfriede Winter (51), Projektmanagerin im Konzernrechnungswesen und global zuständig für Abläufe und Prozesse. „Mir gefallen die Herausforderungen“, erklärt sie. „Immer neue Aufgaben, neue Teams, neue Charaktere.“ Weil es wichtig ist, stets auf dem neuesten Stand zu sein, nutzt sie auch die Weiterbildungsangebote der Gebrüder Weiss intensiv. Gerade hat sie einen eineinhalbjährigen internen Lehrgang im Bereich Unternehmensorganisation abgeschlossen. In ihren Teams gibt sie die Erfahrung weiter: „Einschulen, unterstützen, Verantwortung übertragen – so funktioniert’s." Dass das Know-how der über 50-Jährigen unbezahlbar und wichtig für den Erfolg ist, davon ist Helmut Schöpf, Head of Human Resources Development, überzeugt. „Wir schätzen unsere langjährigen Kolleginnen und Kollegen wegen ihrer Kenntnisse“, erzählt er. „Als Trainer für unsere internen Schulungen sind sie unschlagbar. So lernt Jung von Alt und firmenspezifisches Wissen bleibt erhalten.“
Helmut Schöpf, HR-Leiter Gebrüder Weiss, und Mitarbeiterin Elfriede Winter (51)

Rad & Tat und viel Erfahrung

Zehn Mitarbeiter/innen – vom Lehrling bis zur erfahrenen Fachkraft – kümmern sich bei TREK Bike Vienna um die Wünsche von Hobbyradlern und Fahrradfans. „Ein Altersmix ist gerade in der Fahrradtechnik ideal“, so Alexander Gusel, Geschäftsführer von TREK Bike Vienna. „Denn momentan werden auch die alten Klassiker mit den bewährten Techniken wiederentdeckt.“ Da kommt für TREK Bike Vienna ein Mitarbeiter wie Gerhard Paraszczak (53) gerade recht. Er blickt auf 30 Jahre Erfahrung im Sport- und Fahrradgeschäft zurück und ist seit August 2015 in der Wiener Innenstadt mit an Bord. „Ich war die letzten 20 Jahre Filialleiter in einem Radshop, bis die Niederlassung geschlossen wurde“, erzählt er von seinem Weg zu TREK Bike Vienna. „Dass ich mit 53 kaum einen Job als Filialleiter oder Sportartikelverkäufer finde, war schnell klar, aber ich wollte unbedingt im Fahrradgeschäft bleiben.“ Nach dreimonatiger Fachausbildung zum Fahrradtechniker, kam er durch Vermittlung des AMS zu TREK Bike Vienna. Er bringt hier nun Ruhe und Kontinuität ein. Aber nicht nur das, denn Gerhard Paraszczak lässt die Kollegen/innen auch an seinem reichen Erfahrungsschatz und der Leidenschaft fürs Zweirad teilhaben – und bringt viele altbewährte und neue Ideen für die Zukunft der Bike-Werkstatt ein.
Geschäftsführer Alexander Gusel und Mitarbeiter Gerhard Paraszczak (53)